Anrufe aus dem Weltall Sollte ET wirklich da draußen sein, verhält er sich äußerst ruhig. Zu Beginn dieses Jahres endete ein fast sechsjähriges Projekt, in dem man nach Signalen aus dem Weltall forschte. Bisher hat man nicht einen einzigen Hinweis bekommen. Doch geben die Astronomen nicht auf. Gegen Ende des Jahres soll eine Suche mit wesentlich sensibleren Geräten starten. Das kürzlich abgeschlossene Projekt hieß SERENDIP 3. Der Name bedeutet Search for Extraterrestial Radio Emissions from Nearby Developed Intelligent Populations. Man arbeitete mit einem Spezialempfänger, der an das größte Radioteleskop der Welt angeschlossen war. SERENDIP 3 horchte besonders nach Frequenzen, die UKW und Mobilfunkübertragungen hier auf der Erde mit einschließen. Der Empfänger war jedoch nicht empfindlich genug, um Radiosignale, die eine außerirdische Zivilisation ausschicken könnte und das Misch-Masch von Lokalradio- und TV-Signalen zu unterscheiden. Man horchte vielmehr nach starken Signalen, die von einem anderen Planeten ausgestrahlt werden, um unsere Aufmerksamkeit zu erregen. Im Projekt SERENDIP 3 analysierte man 500 Billionen Radiosignale. Man konzentrierte sich sogar auf Sterne, wo Astronomen Planeten entdeckt hatten. Doch blieben die Bemühungen ohne Erfolg. Sollten es bewohnte Planeten da draußen geben, schickt ihre Bevölkerung keine Nachrichten an den Rest der Galaxie zumindest nicht in dem Wellenbereich, den SERENDIP 3 erforschte. Das neue Projekt SERENDIP 4 wird auf andere Radiofrequenzen achten Frequenzen, von denen die meisten Wissenschaftler glauben, daß sie interplanetarische Nachrichten enthalten könnten. So wird man ab Ende des Jahres erneut gespannt auf mögliche Telefonanrufe aus dem Weltraum warten, wenn ET sein Handy dabei hat. Written by Damond Benningfield * European Adaptation: Ursula Vaughan © 1998 The University of Texas McDonald Observatory Unterstützt von NASA und Universitätssternwarte München Zurück zum Seitenanfang Guppi-Männchen wählen Freunde mit Sex-Appeal. Während der Paarungszeit ziehen Guppi-Männchen eine farbenprächtige Show ab. Zuschauer sind aber nicht allein die Weibchen. Auch andere Männchen scheinen die Vorstellung zu benoten. Sie versuchen mit den Männchen mitzuschwimmen, die voraussichtlich die größten Chancen bei Weibchen haben. Die Rechnung der Mitläufer: Je attraktiver das andere Männchen, um so mehr Weibchen schwimmen vorbei und um so höher die Chance, selber zum Zuge zu kommen. Diese Muster hat der kanadische Verhaltensbiologe Jean-Guy Godin in Guppi-Experimenten entdeckt. [Quelle: mawi, daily insight] Zurück zum Seitenanfang Gekaute Lorbeerblätter halten Fliegen fern Kalifornische Buschratten sind erfinderisch. Um die Eingänge ihrer Nester herum schichten sie zerkaute Lorbeerblätter. US-Biologen glauben jetzt zu wissen, warum. Labortests haben ergeben, daß Inhaltsstoffe des Lorbeers giftige Stoffe enthält, die Fliegen verscheuchen und Fliegeneier abtöten. Der Vorteil für die kalifornischen Buschratten: Sie können ihre Nester bis zu zwei Jahre lang benutzen. Im Osten der USA müssen die Artgenossen häufig alle zwei Wochen umziehen, weil zu viel Ungeziefer es sich in den Nestern bequem gemacht haben. Von Vögeln weiß man, daß sie zuweilen Senfblätter in ihr Nest einarbeiten, um Insekten abzuschrecken. Aktive Insektenbekämpfung bei Säugetieren - den Menschen ausgenommen - hat man bislang noch nie beobachtet. [Quelle: mawi; science now] Zurück zum Seitenanfang Japanische Forscher zündeln ohne Luftzufuhr. Aus Japan kommt eine neue Kraftwerkstechnologie: Bei dem Verfahren fallen keine giftigen Stickoxide mehr an. Neu ist: Der Brennstoff - Erd- oder Stadtgas - wird ohne Luftzufuhr in einem geschlossenen Kreislauf verfeuert. Der für die Verbrennung erforderliche Sauerstoff wird in Form von pulverisiertem Nickeloxid zugeführt. Als Abgase entstehen Wasser und Kohlendioxid. In einem zweiten Kreislauf wird unter Luftzufuhr wieder Nickeloxid hergestellt. Das an der Technischen Universität Tokio entwickelte Verfahren erzielt einen Wirkungsgrad von circa 53 Prozent; derzeit gelten 40 Prozent als Obergrenze. Das Verfahren ist bereits in den USA patentiert; demnächst will ein Tokioter Kraftwerksbetreiber eine erste Pilotanlage errichten. [Quelle: ebb] Zurück zum Seitenanfang Der schnelle Garaus für Plutonium und Co Ein neues Verfahren soll den Alterungsprozeß von Nuklearmüll beschleunigen Technik. - Derzeit tagen auf Einladung der Gesellschaft Deutscher Chemiker die Mitglieder der Fachgruppe Nuklearchemie an der Technischen Universität Dresden. Experten des Kernforschungszentrums Jülich stellten dabei ein neues Entsorgungskonzept vor: Die Lagerdauer des kritischen Mülls soll drastisch verkürzt werden. Allein in Deutschland fallen jährlich etwa 450 Tonnen radioaktiver Abfälle aus Kernkraftwerken an. Endgelagert in Salzbergwerken tief unter der Erde soll der strahlende Müll seinen Zerfall erwarten - in einigen Millionen Jahren. Anläßlich der Tagung "Nuklear- und Radiochemie für Mensch, Medizin und Umwelt" präsentierten Wissenschaftler des Kernforschungszentrums Jülich eine attraktive Alternative: Transmutation läßt den Müll schneller altern. "Es sind die Actiniden-Elemente, die diese immense Lagerzeit verlangen", erklärt Professor Reinhard Odoj vom Kernforschungszentrum. Alle anderen Elemente seien nach 500 bis 1000 Jahren zerfallen. Gelänge es, die Actiniden Plutonium, Uran Neptunium, Americium und Curium abzutrennen, so ginge vom Rest der Brennstäbe eine deutlich geringere Langzeitgefahr aus. Gleich zwei Verfahren entwickelten Odoj und seine Kollegen, um den strahlenden Müll zu sortieren: "Zum einen lösen wir die Actiniden unter Komplexbildung mit organischen Lösungsmitteln heraus", so der Forscher. Bei der anderen Methode werden die gefährlichen Elemente in einer chromatographischen Säule herausgefiltert. Liegen die Actiniden erst einmal separat vor, werden sie in kleine Plättchen gepreßt und unter Neutronenbeschuß genommen. "Dabei entstehen wie im Reaktor stabile Isotope und Spaltprodukte mit Halbwertszeiten von nur etwa 30 Jahren", berichtet Odoj. Die umstrittenen Atomtransporte werden dadurch jedoch nicht überflüssig: "Die am jeweiligen Kraftwerksstandort abgetrennten Abfälle sind so gering, daß nur eine zentrale Verarbeitung in Europa rentabel wäre." [Quellen: Uta Bilow, Reinhard Odoj] Zurück zum Seitenanfang Ein Killerkomet Die Filme Deep Impact und Armageddon beschreiben die Erde als große Zielscheibe in einem kosmischen Schießstand. Manchmal treffen Kometen oder Asteroiden unseren Planeten mit tödlichem Effekt. Beispielsweise könnte ein solcher Einschlag vor 65 Millionen Jahren zum Aussterben der Dinosaurier geführt haben. Der britische Astronom Bill Napier vom Armagh Observatory in Nordirland vermutet, daß ein Komet vor ca. 5000 Jahren zerbrach. Bruchstücke verschiedenster Größe waren auf der Kometenbahn verstreut von Staubkörnern bis zu Eis- und Gesteinsbrocken von der Größe riesiger Gebäude. In den folgenden Jahrhunderten durchquerte die Erde die Bahn des Kometen mehrmals. Dabei fegte sie eine Menge der Kometenreste auf. Der Nachthimmel belebte sich mit überwältigenden Sternschnuppenströmen. Große Teile explodierten in der oberen Atmosphäre oder schlugen auf die Erdoberfläche ein. Die Erde könnte viel Kometenstaub eingesammelt haben, der möglicherweise eine Abkühlung um mehrere Grad mit tödlichen Folgen ausgelöst hat. Napier fand mehrere Hinweise, die seine Theorie unterstützen. Studien von Baumringen in Nordirland deuten auf eine gravierende Abkühlung des Klimas um 2350 v. Chr. hin. Zur gleichen Zeit zerstörte ein Hagel Lehmgebäude in Syrien. Außerdem erzählen alte Überlieferungen und Legenden von einem Drachen am Himmel und von Feuer, das vom Himmel fiel. Nach Napiers Theorie müssen wir nicht bis zum Aussterben der Dinosaurier zurückgehen, um einen Killerkometen zu finden. Written by Damond Benningfield * European Adaptation: Ursula Vaughan © 1998 The University of Texas McDonald Observatory Unterstützt von NASA und Universitätssternwarte München Zurück zum Seitenanfang Copyright 1998 - DeutschlandRadio |