CDFAKT - Titelthemen
 
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 Auf dieser Seite wollen wir Ihnen eine kleine Auswahl aus inzwischen weit über 20.000 Beiträgen (Ausgaben 8/98 bis 6/04) vorstellen.
 
 

Haifischleber liefert TumormedikamentCDFAKT Ausgabe 8/98

Gel filtert Cholesterin aus dem BlutCDFAKT Ausgabe 8/98

Negativer Widerstand bei ZimmertemperaturCDFAKT Ausgabe 8/98

3-D-Computerbilder ohne SpezialbrilleCDFAKT Ausgabe 8/98

Glattere Haut durch BakteriengiftCDFAKT Ausgabe 8/98

Gefahr aus dem Weltraum bleibt kalkulierbarCDFAKT Ausgabe 8/98

Anrufe aus dem WeltallCDFAKT Ausgabe 9/98

Guppi-Männchen wählen Freunde mit Sex-AppealCDFAKT Ausgabe 9/98

Gekaute Lorbeerblätter halten Fliegen fernCDFAKT Ausgabe 9/98

Japanische Forscher zündeln ohne LuftzufuhrCDFAKT Ausgabe 10/98

Der schnelle Garaus für Plutonium und CoCDFAKT Ausgabe 10/98

Ein KillerkometCDFAKT Ausgabe 10/98


Haifischleber liefert Tumormedikament.

Das Steroid Squalamin aus der Leber des Hundehais hemmt das Wachstum von Blutgefäßen in Hirntumoren. Das haben Forscher der John-Hopkins-Universität nach eigenen Angaben in Laborstudien bestätigt. Die Wissenschaftler konnten diesen Effekt an Laborratten nachweisen, denen Hirntumorzellen implantiert wurden. Das natürliche Hormon verhinderte das Wachstum von Blutgefäßen zum Tumor ohne gesunde Zellen der Umgebung zu schädigen. Squalamin ist das erste einer Klasse von neuen biologischen Medikamenten für die Therapie am Menschen und wurde 1992 entdeckt.

[Quelle: Eurekalert]

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Gel filtert Cholesterin aus dem Blut.

Ein neuartiges Biomaterial, entwickelt an der Purdue University, Indiana, kann Cholesterin aus dem Blut entfernen oder gezielt Medikamente im Körper abgeben. Medikamentenkonzentration in bestimmten Bereichen des Körpers, wie etwa an Tumoren. Kelly Keys, Doktorandin für chemisches Ingenieurwesen, nutzte eine neue Methode der Präparation von Gelen aus sogenannten Stern-Polymeren: Mit Hilfe von Gamma-Strahlung wandelte sie das Polymer in ein Gel mit hoher mechanischer Stabilität, das zugleich sehr reaktiv ist. Stern-Polymere haben einen zentralen Kern, von dem viele Molekül-Ketten ausgehen. Die Enden dieser Ketten können chemisch sehr reaktiv sein und sich etwa an Zellen und Proteine, Medikamente oder Antikörper binden. Die von Keys entwickelten Stern-Polymer-Gele bestehen aus dem nicht giftigen Polyethlyen-Glykol (PEG).

[Quelle: Purdue University]

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Negativer Widerstand bei Zimmertemperatur

Verblüffendes Forschungsergebnis widerspricht der Physik.

Physik. - Professor Deborah Chung von der State University of New York in Buffalo hat nach eigenen Angaben den widerstandslosen und damit verlustfreien Stromtransport bei Raumtemperatur verwirklicht.
Das Phänomen zeigte sich bei normalem Kohlenstoffverbundmaterial, wie man es von Tennisschlägern her kennt. Dieses Material besteht aus feinsten Schichten. Es ist aufgebaut wie ein Baumkuchen, aus abwechselnden Lagen von Kohlenstoffasern und Epoxidharz oder Portland-Zement. Es sind diese Zwischenschichten, in denen Chung die negativen Widerstände gemessen hat. Die hauchdünnen Kohlenstofflagen selbst wiesen einen positiven elektrischen Widerstand auf.
Mit einer genau kalkulierten Zusammenstellung von Schichten und Zwischenlagen kam die Forscherin dann auf den Nullwiderstand. Deborah Chung erklärt: "Wir haben zwar keine Supraleitung, aber etwas Verwandtes, eine besondere Art der Stromleitung, die den Nullwiderstand ermöglicht. Dabei werden die negativen Elektronen nicht vom Pluspol sondern vom Minuspol angezogen. Dieser Mechanismus wird ausgelöst, wenn der Kontakt zwischen den Kohlenstoffasern und den Zwischenlagen sehr eng und sehr flächig ist. Das ganze basiert wahrscheinlich darauf, daß die Elektronen in den einzelnen Lagen unterschiedlich stark konzentriert sind." Aufgetreten sei der Effekt, als sie das Verbundmaterial unter hohen Druck gesetzt habe.
Im Gegensatz zu früheren Experimenten anderer Forscher trete der negative Widerstand unabhängig von der angelegten Spannung auf, betont die Professorin. Für Dr. Roland Hott, Spezialist für Supraleiter am Forschungszentrum Karlsruhe, widersprechen die Ergebnisse von Deborah Chung den bisherigen Annahmen der Physik: "Ein negativer Widerstand unter den Umständen, die Frau Chung berichtet, würde bedeuten, man hätte ein Material, das man als eine Batterie benutzen kann, die sich nicht abnutzt. Man schließt also einfach Drähte an und dieses Ding liefert Energie wie ein Perpetuum Mobile."

[Quelle: Dagmar Röhrlich, Deborah Chung, Roland Hott]

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Dreidimensionale Computerbilder ohne Spezialbrille

Berlin: Neuartige 3D-Monitortechnologie geht in die Serienfertigung

Computer. - Das Heinrich-Hertz-Institut (HHI) für Nachrichtentechnik in Berlin hat in Zusammenarbeit mit der Firma Carl Zeiss aus Jena eine neuartige Bildschirmtechnologie entwickelt, mit der dreidimensionale Ansichten am Computer ohne besondere Sehhilfen und in Farbe betrachtet werden können. Das System soll etwa in der Medizin oder Chemie die Visualisierung komplexer Vorgänge und Daten verbessern.
Die Berliner 3D-Monitore funktionieren nach dem Prinzip der "Wackelbilder", die viele noch aus ihrer Kindheit kennen. Drehte man diese Bilder leicht, so bewegte die darauf abgebildete Figur sich ein wenig oder zwinkerte mit den Augen. Tatsächlich sind es zwei Bilder, die als streifenförmige Bildteile unter einem Linsenraster liegen und je nach Betrachtungswinkel einen Bewegungseindruck oder räumliche Tiefe suggerieren. Auch vor den Bildschirmen des HHI liegt ein solches Linsenraster, allerdings ein sehr viel feineres, erklärt Bernd Duckstein: "Die Abmessungen bei den Flachbildschirmen sind sehr klein. Wir haben bei den einzelnen Bildpunkten Pixelbreiten von 0,3 Millimetern. Daraus ergibt sich eine Linsenbreite von 0,6 Millimetern." Damit der stereoskopische Eindruck nicht verloren geht, wenn der Betrachter seinen Kopf bewegt, ist das Linsenraster beweglich angebracht. Ein kleiner Reflexpunkt auf der Stirn des Benutzers informiert den Bildschirm ständig über dessen Position. Mit Hilfe winziger Schrittmotoren wird die Linsenrasterplatte immer wieder neu ausgerichtet, während unter dem Raster die entsprechenden Bildelemente mitwandern. Ein Problem bei den Flachbildschirmen sind die horizontal angelegten Subpixel in Rot, Grün und Blau - den Grundfarben des Bildschirms. Sie liegen nebeneinander, so daß eine Vertikallinse recht breit ausfallen muß, damit alle drei Farben das jeweils richtige Auge erreichen - bei verminderter Bildqualität. Eine Lösung: Man stellt den Monitor hochkant. Eine weiterer Ansatz für hochauflösende Bilder wäre, vor jedes Subpixel eine Linse zu setzen. Dazu Hans Röder, der stellvertretende Leiter der Arbeitsgruppe am HHI: "Die Linsenbreiten sind dann 0,2 Millimeter, die Subpixel sind halb so breit. Das ist an der Grenze dessen, was wir zur Zeit justieren können." Bei so geringen Abständen kann die Rasterplatte nicht mehr mechanisch nachgeführt werden. Statt dessen bewegen die Berliner Techniker den gesamten Bildschirm auf einem starken Roboterarm. Dadurch bleibt das Display zu jeder Zeit in der optimalen Position zum Betrachter.

[Quellen: Wolfgang Noelke, Bernd Duckstein, Hans Röder]

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Glattere Haut durch Bakteriengift

Botulinum wird zunehmend therapeutisch eingesetzt

Medizin. - Bereits seit längerer Zeit verwenden Augenärzte Botulinum, um Schielen zu behandeln. Dermatologen fanden nun gleich zwei neue Einsatzmöglichkeiten für den Wirkstoff: Er glättet Hautfalten und hemmt übermäßiges Schwitzen.
Das von Bakterien produzierte Gift Botulinum löst bei Lebensmittelvergiftungen unter anderem Darmlähmungen aus. Es dringt in Nervenzellen ein und kann dort zu dauerhaften Blockaden führen - eine Fähigkeit, die sich in verringerten Dosen auch therapeutisch nutzen läßt. So wird etwa gegen sogenannte mimische Falten auf der Stirn das Gift in die betreffenden Muskeln gespritzt. Durch die gezielte Ausschaltung der Muskelbewegungen entsteht dann eine Glättung im Stirnbereich. Die Wirkung des 700 Mark teuren Medikaments setzt nach zwei bis fünf Tagen ein. Doch obwohl sie nur drei Monate vorhält und die Kassen - wie bei allen kosmetischen Operationen - nichts dazuzahlen, ist die Nachfrage groß. Denn die Methode ist wesentlich schonender als Alternativen wie das Einspritzen von Füllmaterial oder das chirurgische Durchtrennen von Muskeln.
Von einem Erfolg sprechen Ärzte auch bei einem zweiten Einsatzgebiet. Es hilft Menschen, die übermäßig schwitzen. Nicht nur von psychischen Problemen können diese Personen betroffen sein, auch Hautdefekte können in der Folge auftreten, weswegen die Kassen hier oftmals eine Therapie bezahlen. Botulinum lähmt den Botenstoff, der für die Schweißdrüsen zuständig ist. Andere Nervenfunktionen, wie etwa an der Hand der Tastsinn und das Wärme-Kälte-Empfinden bleiben unberührt. Dieser Effekt hält bis zu einem Jahr an. Als Nebenwirkung kann allerdings eine leichte Schwächung der Handmuskeln auftreten. Da bislang in der Dermatologie noch Langzeitergebnisse fehlen, werden derzeit an 17 Universitäten bundesweit Studien durchgeführt, um die Unbedenklichkeit des Nervengifts endgültig zu beweisen.

[Quelle: Ingeborg Hain]

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Gefahr aus dem Weltraum bleibt kalkulierbar

Heftiger Leoniden-Schauer könnte Satelliten gefährden

Astronomie. - Der 17. November wird voraussichtlich ein wichtiger Tag werden - für Astronomen wie für Satellitenbetreiber. Wie in jedem Jahr durchfliegt die Erde dann den Meteoritenschwarm der Leoniden. Für kurze Zeit werden zahllose Sternschnuppen am Himmel ein tolles Schauspiel liefern. Für die Satelliten könnte der kosmische Hagelschauer ernstere Auswirkungen haben. Denn Experten erwarten ein besonders heftiges Bombardement.
"Wir haben Berechnungen angestellt, nach denen bei einem Satelliten mit einem Millimeter starker Außenhaut und einer zehn Quadratmeter großen Oberfläche die Hülle mit einer Wahrscheinlichkeit von neun Prozent durchschlagen wird", meint Rüdiger Jehn, vom Europäischen Satellitenkontrollzentrum ESOC in Darmstadt. Um einen künstlichen Trabanten außer Gefecht zu setzen, ist ein Durchschlag allerdings gar nicht nötig. Da genügt auch ein massiver Treffer. "Ein Einschlag kann ein Plasma erzeugen", so Jehn, "dessen Ionen können die Elektronik des Satelliten beeinträchtigen und ihn praktisch außer Kontrolle geraten lassen."
Dennoch bleibt die Gefahr kalkulierbar. Wichtigster Schutz gegen einen ernsthaften Schaden ist nach Jehns Ansicht: Aufpassen. "Was wir den Satellitenbetreibern auf jeden Fall raten ist, eine verstärkte Nachtschicht einzurichten, so daß ohne Zeitverlust die entsprechenden Kommandos an eventuell trudelnde Satelliten gesendet werden können." Ein Warnzettel mit verschiedenen Vorsichtsmaßnahmen wird demnächst an die Satellitenkontrollzentralen verschickt.

[Quelle: Max Schönherr, Rüdiger Jehn]

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Anrufe aus dem Weltall

Sollte ET wirklich da draußen sein, verhält er sich äußerst ruhig. Zu Beginn dieses Jahres endete ein fast sechsjähriges Projekt, in dem man nach Signalen aus dem Weltall forschte. Bisher hat man nicht einen einzigen Hinweis bekommen. Doch geben die Astronomen nicht auf. Gegen Ende des Jahres soll eine Suche mit wesentlich sensibleren Geräten starten.
Das kürzlich abgeschlossene Projekt hieß SERENDIP 3. Der Name bedeutet Search for Extraterrestial Radio Emissions from Nearby Developed Intelligent Populations. Man arbeitete mit einem Spezialempfänger, der an das größte Radioteleskop der Welt angeschlossen war.
SERENDIP 3 horchte besonders nach Frequenzen, die UKW und Mobilfunkübertragungen hier auf der Erde mit einschließen. Der Empfänger war jedoch nicht empfindlich genug, um Radiosignale, die eine außerirdische Zivilisation ausschicken könnte und das Misch-Masch von Lokalradio- und TV-Signalen zu unterscheiden. Man horchte vielmehr nach starken Signalen, die von einem anderen Planeten ausgestrahlt werden, um unsere Aufmerksamkeit zu erregen.
Im Projekt SERENDIP 3 analysierte man 500 Billionen Radiosignale. Man konzentrierte sich sogar auf Sterne, wo Astronomen Planeten entdeckt hatten. Doch blieben die Bemühungen ohne Erfolg. Sollten es bewohnte Planeten da draußen geben, schickt ihre Bevölkerung keine Nachrichten an den Rest der Galaxie – zumindest nicht in dem Wellenbereich, den SERENDIP 3 erforschte.
Das neue Projekt SERENDIP 4 wird auf andere Radiofrequenzen achten – Frequenzen, von denen die meisten Wissenschaftler glauben, daß sie interplanetarische Nachrichten enthalten könnten. So wird man ab Ende des Jahres erneut gespannt auf mögliche Telefonanrufe aus dem Weltraum warten, wenn ET sein Handy dabei hat.

Written by Damond Benningfield * European Adaptation: Ursula Vaughan
© 1998 The University of Texas McDonald Observatory Unterstützt von NASA und Universitätssternwarte München

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Guppi-Männchen wählen Freunde mit Sex-Appeal.

Während der Paarungszeit ziehen Guppi-Männchen eine farbenprächtige Show ab. Zuschauer sind aber nicht allein die Weibchen. Auch andere Männchen scheinen die Vorstellung zu benoten. Sie versuchen mit den Männchen mitzuschwimmen, die voraussichtlich die größten Chancen bei Weibchen haben. Die Rechnung der Mitläufer: Je attraktiver das andere Männchen, um so mehr Weibchen schwimmen vorbei und um so höher die Chance, selber zum Zuge zu kommen. Diese Muster hat der kanadische Verhaltensbiologe Jean-Guy Godin in Guppi-Experimenten entdeckt.

[Quelle: mawi, daily insight]

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Gekaute Lorbeerblätter halten Fliegen fern

Kalifornische Buschratten sind erfinderisch. Um die Eingänge ihrer Nester herum schichten sie zerkaute Lorbeerblätter. US-Biologen glauben jetzt zu wissen, warum. Labortests haben ergeben, daß Inhaltsstoffe des Lorbeers giftige Stoffe enthält, die Fliegen verscheuchen und Fliegeneier abtöten. Der Vorteil für die kalifornischen Buschratten: Sie können ihre Nester bis zu zwei Jahre lang benutzen. Im Osten der USA müssen die Artgenossen häufig alle zwei Wochen umziehen, weil zu viel Ungeziefer es sich in den Nestern bequem gemacht haben. Von Vögeln weiß man, daß sie zuweilen Senfblätter in ihr Nest einarbeiten, um Insekten abzuschrecken. Aktive Insektenbekämpfung bei Säugetieren - den Menschen ausgenommen - hat man bislang noch nie beobachtet.

[Quelle: mawi; science now]

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Japanische Forscher zündeln ohne Luftzufuhr.

Aus Japan kommt eine neue Kraftwerkstechnologie: Bei dem Verfahren fallen keine giftigen Stickoxide mehr an. Neu ist: Der Brennstoff - Erd- oder Stadtgas - wird ohne Luftzufuhr in einem geschlossenen Kreislauf verfeuert. Der für die Verbrennung erforderliche Sauerstoff wird in Form von pulverisiertem Nickeloxid zugeführt. Als Abgase entstehen Wasser und Kohlendioxid. In einem zweiten Kreislauf wird unter Luftzufuhr wieder Nickeloxid hergestellt. Das an der Technischen Universität Tokio entwickelte Verfahren erzielt einen Wirkungsgrad von circa 53 Prozent; derzeit gelten 40 Prozent als Obergrenze. Das Verfahren ist bereits in den USA patentiert; demnächst will ein Tokioter Kraftwerksbetreiber eine erste Pilotanlage errichten.

[Quelle: ebb]

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Der schnelle Garaus für Plutonium und Co

Ein neues Verfahren soll den Alterungsprozeß von Nuklearmüll beschleunigen

Technik. - Derzeit tagen auf Einladung der Gesellschaft Deutscher Chemiker die Mitglieder der Fachgruppe Nuklearchemie an der Technischen Universität Dresden. Experten des Kernforschungszentrums Jülich stellten dabei ein neues Entsorgungskonzept vor: Die Lagerdauer des kritischen Mülls soll drastisch verkürzt werden.
Allein in Deutschland fallen jährlich etwa 450 Tonnen radioaktiver Abfälle aus Kernkraftwerken an. Endgelagert in Salzbergwerken tief unter der Erde soll der strahlende Müll seinen Zerfall erwarten - in einigen Millionen Jahren. Anläßlich der Tagung "Nuklear- und Radiochemie für Mensch, Medizin und Umwelt" präsentierten Wissenschaftler des Kernforschungszentrums Jülich eine attraktive Alternative: Transmutation läßt den Müll schneller altern.
"Es sind die Actiniden-Elemente, die diese immense Lagerzeit verlangen", erklärt Professor Reinhard Odoj vom Kernforschungszentrum. Alle anderen Elemente seien nach 500 bis 1000 Jahren zerfallen. Gelänge es, die Actiniden Plutonium, Uran Neptunium, Americium und Curium abzutrennen, so ginge vom Rest der Brennstäbe eine deutlich geringere Langzeitgefahr aus.
Gleich zwei Verfahren entwickelten Odoj und seine Kollegen, um den strahlenden Müll zu sortieren: "Zum einen lösen wir die Actiniden unter Komplexbildung mit organischen Lösungsmitteln heraus", so der Forscher. Bei der anderen Methode werden die gefährlichen Elemente in einer chromatographischen Säule herausgefiltert.
Liegen die Actiniden erst einmal separat vor, werden sie in kleine Plättchen gepreßt und unter Neutronenbeschuß genommen. "Dabei entstehen wie im Reaktor stabile Isotope und Spaltprodukte mit Halbwertszeiten von nur etwa 30 Jahren", berichtet Odoj. Die umstrittenen Atomtransporte werden dadurch jedoch nicht überflüssig: "Die am jeweiligen Kraftwerksstandort abgetrennten Abfälle sind so gering, daß nur eine zentrale Verarbeitung in Europa rentabel wäre."

[Quellen: Uta Bilow, Reinhard Odoj]

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Ein Killerkomet

Die Filme “Deep Impact” und “Armageddon” beschreiben die Erde als große Zielscheibe in einem kosmischen Schießstand. Manchmal treffen Kometen oder Asteroiden unseren Planeten mit tödlichem Effekt. Beispielsweise könnte ein solcher Einschlag vor 65 Millionen Jahren zum Aussterben der Dinosaurier geführt haben.
Der britische Astronom Bill Napier vom Armagh Observatory in Nordirland vermutet, daß ein Komet vor ca. 5000 Jahren zerbrach. Bruchstücke verschiedenster Größe waren auf der Kometenbahn verstreut – von Staubkörnern bis zu Eis- und Gesteinsbrocken von der Größe riesiger Gebäude.
In den folgenden Jahrhunderten durchquerte die Erde die Bahn des Kometen mehrmals. Dabei fegte sie eine Menge der Kometenreste auf. Der Nachthimmel belebte sich mit überwältigenden Sternschnuppenströmen. Große Teile explodierten in der oberen Atmosphäre oder schlugen auf die Erdoberfläche ein. Die Erde könnte viel Kometenstaub eingesammelt haben, der möglicherweise eine Abkühlung um mehrere Grad mit tödlichen Folgen ausgelöst hat.
Napier fand mehrere Hinweise, die seine Theorie unterstützen. Studien von Baumringen in Nordirland deuten auf eine gravierende Abkühlung des Klimas um 2350 v. Chr. hin. Zur gleichen Zeit zerstörte ein “Hagel” Lehmgebäude in Syrien.
Außerdem erzählen alte Überlieferungen und Legenden von einem Drachen am Himmel und von Feuer, das vom Himmel fiel. Nach Napiers Theorie müssen wir nicht bis zum Aussterben der Dinosaurier zurückgehen, um einen Killerkometen zu finden.

Written by Damond Benningfield * European Adaptation: Ursula Vaughan
© 1998 The University of Texas McDonald Observatory Unterstützt von NASA und Universitätssternwarte München

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