CDFAKT - Texte
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Beispiel aus CDFAKT -  Ausgabe 3/2006:
 

Forschung aktuell - Aus Naturwissenschaft und Technik

01.02.2006

Meldungen

 


Wie Fadenwürmer den Columbia-Absturz überleben konnten
Überraschender Fund

Raumfahrt. - Es war ein schwarzer Tag für die US-Raumfahrt: Vor drei Jahren, am 1. Februar 2003 explodierte die US-Raumfähre "Columbia" beim Wiedereintritt in Erdatmosphäre. Bei der Analyse des Unglücks stießen die Suchtrupps auf eine Sensation: Fadenwürmer für biologische Experimente hatten Explosion und Absturz in ihren Versuchsbehältern überlebt.

Die Fadenwürmer reisten damals im Mitteldeck der "Columbia". Die Petrischalen mit den mikroskopisch kleinen Organismen steckten in speziellen Behältern aus Aluminium. Sechs Stück davon gab es, alle ähnlich geformt und groß wie eine Thermoskanne. Es dauerte keine zwei Wochen, da hatten die Suchtrupps vier der Kanister wiedergefunden. Ein fünfter wurde Wochen später entdeckt. Nummer sechs ist bis heute verschollen, erinnert sich Catharine Conley:

Als alles auseinanderbrach, lösten sich auch die Kanister aus ihrer Halterung. Sie stürzten einzeln über Texas ab. Vier von ihnen flogen in einer Linie und wurden im selben Absturzkorridor aufgefunden. Kanister Nummer fünf kam ziemlich stark von diesem Kurs ab. Aber auch er wurde wiedergefunden. Vom sechsten Kanister fehlt jede Spur. Wir nehmen an, dass er in einen See gestürzt ist.

Catharine Conley betreute das Experiment mit den Fadenwürmern. Die Zellbiologin arbeitet bei der US-Raumfahrtbehörde Nasa, im Ames-Forschungszentrum in Kalifornien. Ihr ging es damals darum, ein neues -weltraumtaugliches - Nährmedium für die Würmer zu testen. Denn die Tiere waren auch da schon beliebte biologische Testsysteme bei Flügen ins All. Doch dann die Katastrophe! Und die Sensation: In vier der fünf geborgenen Kanister hatten die Fadenwürmer das Unglück überlebt! Ja, die Tiere waren sogar noch vermehrungsfähig. Conley:

Die Kanister waren alle noch intakt und kaum verformt. Auf ihrer Außenseite gab es aber Stellen, da war das Aluminium geschmolzen. Daraus muss man schließen: Zumindest außen waren die Behälter einer Hitze von über 600 Grad Celsius ausgesetzt. In diesem Bereich liegt die Schmelztemperatur von Aluminium.

Angeschmort waren auch Teile im Inneren der Kanister, darunter Halterungen aus Teflon und die Petrischalen aus Plastik: Materialien mit Schmelzpunkten zwischen 60 und 260 Grad Celsius. So viel Hitze wäre normalerweise der sichere Tod für die Fadenwürmer. Mehr als 40 Grad halten sie nicht aus, so Conley:

Wir glauben, dass die Zeit während des Wiedereintritts in die Erdatmosphäre am Ende zu kurz war, um die Hitze bis in das Nährmedium zu transportieren. Und dass die Würmer deshalb überlebten. Jedenfalls in den vier zuerst gefundenen Kanistern. Im fünften waren alle Tiere tot. Doch wir wissen nicht, wie die Würmer starben. Vielleicht geschah das erst am Boden. Denn dieser Kanister lag wochenlang an einer Stelle mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt.

Aber hätte nicht auch der brachiale Aufprall die Fadenwürmer in den Kanistern 1 bis 4 töten müssen? Nein, sagt die Biologin:

Nach unseren Abschätzungen waren die Würmer beim Aufprall der 2000fachen Erdbeschleunigung ausgesetzt. Kein größeres Tier würde so etwas verkraften. Bei diesen winzigen Fadenwürmern aber ist das anders. Wenn Biologen sie im Labor von einem Medium in ein anderes umquartieren wollen, dann stecken sie die Kulturen in eine Zentrifuge, um die Würmer abzutrennen. Da werden sie dann wie in der Waschmaschine geschleudert. Dabei ist die Beschleunigung noch größer. Und auch das halten die Würmer aus.

Es war zwar nicht geplant. Aber heute macht sich Catharine Conley nicht nur Gedanken über Nährmedien für Fadenwürmer, sondern auch über eine elementare Frage der Astrobiologie: Wie sich Leben im Weltraum ausbreitet und vielleicht schon ausgebreitet hat?

Wir haben zum ersten Mal überhaupt nachgewiesen, dass ein tierisches Lebewesen den Eintritt in die Atmosphäre eines Planeten samt Absturz überleben kann. Die Columbia brach auseinander, wie es auch ein Meteorit tun würde. Wir dürfen also annehmen: Fadenwürmer und andere niedere Tiere wären im Inneren eines Meteoriten ähnlich gut geschützt.

Doch noch kann niemand die Frage beantworten, ob es tatsächlich schon einmal so war: Dass Gesteinsbrocken mit tierischen Lebewesen an Bord nach einem Asteroideneinschlag auf der Erde ins All katapultiert wurden - und am Ende auf einem fernen Planeten gelandet sind.

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Neuer Projektor für die Magnetresonanztomographie
Kino im Kopf

Optik. - Mit Hilfe der funktionellen Magnetresonanztomographie untersuchen Neurologen, welche Gehirnareale bei bestimmten Tätigkeiten aktiv sind. Schwierig ist es jedoch, das Sehen auf diese Art zu analysieren. Schaut der Proband auch wirklich dahin, wo der Hirnforscher glaubt? Am Jenaer Fraunhofer-Institut für angewandte Optik und Feinmechanik hat man für dieses Problem eine Lösung gefunden.

Ich sehe was, was du nicht siehst. Ein wenig ähneln Untersuchungen im Magnetresonanztomographen diesem Kinderspiel. Klar, die Wissenschaftler sehen mit unerreichter Präzision, welche grauen Zellen einer Testperson aktiv sind. Nur schaut die wirklich dorthin, wo sie soll?

Man will natürlich auch, dass der Patient sich diese Bilder wirklich anschaut und nicht bei einer Untersuchung, die dann mal etliche Minuten bis zu einer halbe Stunde dauern kann, gelinde gesagt, schläft,

sagt Dr. Stefan Riehemann, vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feimmechanik in Jena. Die Jenaer haben nun für eine norwegische Firma ein Gerät entwickelt, das die Bilder in den Kopf des Probanden bringt und gleichzeitig dem Mediziner verrät, wo genau und wie lange der Patient hinschaut.

Auf den ersten Blick wirkt das Projektionssystem wie ein ganz normales handgroßes Fernglas. Durch die zwei Okulare blickt der Patient auf einen Bildschirm aus organischen Leuchtdioden, so genannten Oleds.

Nur sie arbeiten mit so schwachen Strömen, dass das dabei entstehende Magnetfeld vom Magnetfeld des Magnetresonanztomographen abgeschirmt werden kann. Es also weder zu Bildstörungen noch zu Messfehlern kommt. Zweiter Pluspunkt des Oled-Bildschirms - er ist nur wenige Millimeter dünn und gerade mal zwei Zentimeter groß. Trotzdem hat man den Eindruck, so Riehemann,

als wenn man vor einem Computerbildschirm mit ungefähr einer Diagonale von 50-60 Zentimeter sitzen würde. Das Bild erscheint also als relativ groß im Vergleich zu den Bildern, die man im Fernglas sieht.

Groß genug um die Augen umherschweifen zu lassen, sich das eine oder andere Detail genau anzusehen. Wo nun die Testperson in der engen MRT-Röhre wirklich hinschaut, das beobachten die Hirnforscher mit Hilfe eines Strahlteilers, der sich im Inneren des Projektionsgerätes befindet. Riehemann:

Über diesen Strahlteiler kann simultan über dasselbe Okular in einem anderem Wellenlängenbereich die Position des Auges betrachtet werden. Ein Strahlteiler ist optisches Bauteil, was sozusagen wie ein halbdurchlässiger Spiegel funktioniert. Man kann diese Bauteil so auslegen, das eben sichtbares Licht diese teilende Schicht komplett geradeaus durchdringt, das heißt, das sichtbare Licht wird nicht abgelenkt. Und die Beobachtung des Auges funktioniert hier im infraroten Spektralbereich, der infrarote Teil wird zu 100 Prozent in dem Bauteil gespiegelt, das heißt, um 90 Grad abgelenkt, so dass keine optischen Verlusten auftreten und kein optischer Kanale den anderen stört.

Dieses gleichzeitige Beobachten und Beobachtetwerden macht das Jenaer Projektionssystem einzigartig, sagt Stefan Riehemann. Denn die Jenaer haben nicht nur die Pupillen im Blick, sondern verfolgen die gesamten Augenbewegungen:

Also dort gibt es kein vergleichbares System. Das Besondere in dem Fall ist wirklich, dass man sehen kann: Wo schaut der Proband hin? Ist er wirklich aufmerksam, verfolgt er die Bilder wirklich? Auf welche Bildareale schaut er, was interessiert ihn besonders?

Dank des Projektors, den die Norweger nun bauen, ergeben sich für Mediziner und Hirnforscher völlig neue Möglichkeiten, dem Gehirn beim Arbeiten zuzusehen. Denn nun sehen sie genau, welche visuellen Reize die Aufmerksamkeit besonders fesseln, sehen - nach Unfällen oder Krankheiten- auf welche Reize ein Patient überhaupt noch reagiert.

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Strahlenbelastung durch Schnurlostelefonen könnte verringert werden
Unnötige Strahlenquellen im Wohnzimmer

Strahlenschutz. - Neben Handys tragen zunehmend auch schnurlose Telefone für zu Hause, so genannte DECT-Telefone, zur Strahlenbelastung des Menschen bei. Ein direkter Zusammenhang mit der Entstehung von Hirntumoren kann aber nicht nachgewiesen werden, sagt Jiri Silny, Leiter des Aachener Forschungszentrums für Elektro-Magnetische Umweltverträglichkeit. Dennoch sollten die Hersteller wirksame Leistungsregelungen in ihre Geräte einbauen, fordert Silny im Gespräch mit Gerd Pasch.

Gerd Pasch: Wie weit Mobilfunkgeräte zum Elektrosmog beitragen und welcher Schaden dadurch beim Benutzer entsteht, haben zahlreiche, auch internationale Studien untersucht. Einige aktuelle Ergebnisse sind nachzulesen zum Beispiel auf der Internetportalseite des Aachener Forschungszentrums für Elektro-Magnetische Umweltverträglichkeit FEMU. Zeitgleich meldet das Bundesamt für Strahlenschutz, dass schnurlose Telefone unnötig strahlen. Wie Umweltmediziner dies sehen, fragte ich vor der Sendung Professor Jiri Silny, Leiter des Forschungszentrums für Elektro-Magnetische Umweltverträglichkeit.

Jiri Silny: Die Zielsetzung oder die Fragestellung war, inwieweit man überprüfen kann, ob die Felder der Handys, also stärkere Felder als die bei den schnurlosen Telefonen verwendeten, inwieweit hier ein Zusammenhang mit Hirntumoren aufgedeckt werden kann. Wir haben jetzt langsam Ergebnisse aus verschiedenen Ländern und die Publikationen zeigen eindeutig, dass [ein] derartiger Zusammenhang nicht hergestellt werden kann, auch wenn man berücksichtigt, dass zum Beispiel die Tumore auf einer oder der anderen Seite des Kopfes entstehen können und auch das Telefonieren von verschiedenen Nutzern links oder rechts gemacht wird. Da kann man ja schöne Vergleiche anstellen. Auch diese Vergleiche haben gezeigt: Wir können diese Hypothese nicht bestätigen, auch für die stärkeren Handys.

Pasch: Das Bundesamt für den Strahlenschutz warnt ja vor den drahtlosen Telefonen, den DECT-Telefonen im Haus. Was ist denn da grundsätzlich anders bei diesen Geräten gegenüber dem Mobilfunk GSM/UMTS?

Silny: Wir haben mehrere Quellen hochfrequenter Felder - oder wir sprechen von Mikrowellen. Einmal sind das die Handys, soweit man sie verwendet, und die Basisstation, die sehr häufig nah am Haus aufgebaut werden können, und auf der anderen Seite die Mobiltelefone - für die digitalen Telefone sprechen wir von DECT-Systemen. Und da haben wir auch etwas Tragbares und eine feste Einheit oder Basisstation im Haus. Die herkömmlichen Handys haben etwa fünf- bis zehnfach höhere Feldstärke oder Strahlung als die tragbaren Telefone im Haus. Auf der anderen Seite: Die Handys sind regelbar. Das bedeutet, wenn sie nah an der Antenne sind, wird die Leistung abgesenkt, und umgekehrt, wogegen diese Regelung bei den tragbaren Telefonen nicht existiert. Die senden mit konstanter Leistung - beide Teile, die tragbaren wie auch die mobilen Stationen -, mit der gleichen Leistung von etwa einem Viertelwatt aus.

Pasch: Man kann es aber, so hat es das Bundesamt für den Strahlenschutz bekannt gegeben, anders realisieren, indem auch diese DECT-Telefone leistungsabhängig oder entfernungsabhängig gesteuert werden.

Silny: Das ist selbstverständlich möglich, so etwas aufzubauen. Ich würde schon der ersten Forderung zustimmen, dass man sie gänzlich abschalten kann, wenn sie nicht gebraucht werden. Das bedeutet, wenn man zum Beispiel die tragbaren Telefonen in diesen festen Teil stellt, wo sie geladen werden, dass auch die Strahlenübertragung unterbrochen wird. Das ist bestimmt das Einfachste, was man verwirklichen könnte.

Pasch: Welche Position haben Sie denn als Umweltmediziner dazu?

Silny: Ich würde sagen, es ist vielleicht unwahrscheinlich, dass dieser Zusammenhang da ist. [...] Wir können in der Medizin [einen] Nulleffekt nicht belegen. Das bedeutet, wir werden immer weiter, tiefer in diesen Raum der biologischen Variabilität eingehen. Auf jeden Fall: Wir können nicht sagen: Da ist nichts. Wir müssen sagen: Wenn überhaupt, dann dürfte dieser Effekt sehr klein sein. Und darauf zielt ja dieser Begriff der Vorsorge. Man sagt, was nicht nötig ist, soll ich mir nicht zumuten lassen. Und auch bei den schnurlosen Telefonen: Wenn ich die nicht brauche, wenn ich sie überhaupt zum Beispiel nachts nicht benutzen möchte, muss ich die Möglichkeit haben, sie auszuschalten, unabhängig davon, ob das etwas tut oder nicht.

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Katalysatoren im Auto produzieren Ammoniak
Dünger aus dem Auspuff

Chemie. - Katalysatoren in Kraftfahrzeugen sind heute zwar weit verbreitet, die chemischen Vorgänge in ihrem Inneren sind aber immer noch für so manche Überraschung gut. So fanden Bonner Biologen erst jetzt heraus, dass Katalysatoren für erhöhte Ammoniak-Konzentrationen in den Abgasen sorgen. Als potenter Dünger beeinflusst dieser Ammoniak sogar das Pflanzenwachstum in den Städten.

Eine Einfallstraße in Bonn. Der Botaniker Jan-Peter Frahm steuert auf einen niedrigen Baum zu. Der ist an einer Seite grün. Das sind Flechten. Eigentlich waren sie in den Städten schon ausgestorben, erklärt Frahm.

Deswegen waren wir vor vielen Jahren sehr erfreut, in den Städten wieder Flechten zu finden. Diese Freude wurde aber wieder getrübt, weil wir beim näheren Hinsehen feststellten, dass es sich um Arten handelt, die sonst auf dem flachen Lande in der Umgebung von Bauernhöfen, an den Steineinfassungen von Misthaufen und ähnlichen stark gedüngten Stellen vorkommen. Und dann stellte sich die Frage: Was machen diese Flechten in der Stadt, wo es doch hier kein Vieh gibt, keine Kühe gibt?

Zehn Jahre suchte der Professor nach dem Schuldigen, bis der Verdacht aufs Auto fiel. Auf den Katalysator, um genau zu sein. Gemeinsam mit dem TÜV in Bonn nahm Frahm mehrere Auspuffrohre mit speziellen Messgeräten ins Visier:

Und zur großen Überraschung der Prüfingenieure beim TÜV zeigte sich, dass alle 30 gemessenen Autos Ammoniak in unterschiedlichen Konzentrationen ausspuckten. Das ganze war weder abhängig von dem Hersteller, von dem Typ, dem Baujahr, der Kilometerleistung oder der Motorgröße, allenfalls etwas von der Motortemperatur, denn kalte Motoren haben deutlich mehr Ammoniak emittiert als warme.

Ammoniak ist ein sehr guter Dünger. Die Ingenieure vom TÜV waren allerdings überrascht, weil Ammoniak nicht auf der Liste dessen steht, was aus Auspuffrohren strömen soll. Im Katalysator erzeugen Edelmetalle wie Palladium einen munteren Reigen von Kohlen-, Sauer-, Wasser- und Stickstoff- Atomen. Kohlenwasserstoffe werden zu Kohlendioxid und Wasser, Kohlenmonoxid zu CO2, und Stickoxide zu harmlosen Stickstoff.

Das ist immer noch - im Englischen würden sie sagen: Black Magic, Alchemie, viel ausprobieren, viel messen, und irgendwann funktioniert irgendwas, man versteht aber wirklich nicht, was da funktioniert, im Detail.

So der Physiker Michael Moseler vom Fraunhofer Institut für Werkstoffmechanik in Freiburg. Er untersucht die Vorgänge im Katalysator. Sein Ziel ist es, den Kohlenmonoxyd-Ausstoß beim Kaltstart zu reduzieren. Neben der Temperatur spielen dabei auch die Form des Trägers aus Keramik und sogar die Größe der Metallpartikel eine wichtige Rolle. Michael Moseler:

Bei den großen Partikeln sitzt eben - sitzen die Sauerstoffmoleküle auf den Oberflächen der Partikel und können erst bei hohen Temperaturen zu atomarem Sauerstoff aufgespaltet werden.

Ohne diesen Sauerstoff kann der muntere Reigen nicht beginnen. Michael Moseler hat deshalb im Experiment Katalysatoren mit winzigsten Palladium-Partikel konstruiert:

Diese kleinen Nanopartikel haben einen sehr großen Rand, und gerade der Rand der Keramik ist - zur Keramik hin ist sehr wichtig, weil die Keramik hilft, dem Palladium-Nanopartikel den Sauerstoff schon bei tiefen Temperaturen aufzuspalten und zu speichern.

Die Palladium-Partikel saugen sich mit Sauerstoff voll wie Schwämme. Schon bei -20 Grad Celsius können sie vorbeiströmendes Kohlenmonoxid in CO2 umwandeln. Jetzt will der Physiker eine Technik entwickeln, mit der die Nanopartikel industriell auf der Keramik-Trägerschicht befestigt werden können.

Wie Ammoniak entsteht, ist allerdings auch ihm nicht genau bekannt. Vermutlich funktionieren die Katalysatoren inzwischen zu gut, sagt Moseler:

So dass sich also auch noch atomarer Stickstoff bilden kann und mit Wasserstoff reagieren kann, das heißt, das Ammoniak bildet, dass es aber verstärkt beim Kaltstart auftritt, das ist meines Wissens neu. Es wäre sicherlich interessant zu untersuchen, ob hier Nanopartikel Abhilfe schaffen.

Immerhin, drängend ist dieses Problem nicht - zumindest nicht für den Menschen. Für die Pflanzen in den Städten aber ist es eine Existenzfrage - nur, wer fragt die?

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Meldung
Affenmännchen nehmen während der Schwangerschaft zu

Damit bereiten sich die werdenden Väter auf die Zeit nach der Schwangerschaft ihrer Partnerin vor. Das berichten Forscher des Primatenforschungszentrums von Wisconsin in Madison im Fachblatt "Biology Letters". Bei ihren Untersuchungen an den monogam lebenden Weißbüschelaffen und Lisztäffchen stellten sie fest, dass die männlichen Affen während der Schwangerschaft ihrer Partnerin gut drei Prozent an Körpergewicht zulegten. Die Forscher konnten jedoch nicht klären, ob die werdenden Väter größere Portionen verzehrten oder sich deren Stoffwechsel änderte. Sie vermuten jedoch, dass sich die Männchen zusätzliche Fettreserven anlegen, um nach der Geburt ausreichend Energie für das Tragen und die Pflege des Nachwuchs zu haben.

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Meldung
Ein synthetisches Molekül könnte Diabetikern helfen

Das hoffen Biochemiker der RWTH Aachen. Wie die Forscher im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" schreiben, haben sie ein Molekül entwickelt, das zusammen mit Insulin Krankheitssymptome einer Zuckerkrankheit abschwächen könnte. Das bifunktionale Molekül entwickelten die Forscher aus einer leicht abgewandelten Form des Bauchspeicheldrüsenhormons IAPP, das für die Regulation des Blutzuckerspiegels verantwortlich ist. Die Forscher hoffen, dass das Molekül - dessen Wirksamkeit bislang nur auf Zellebene bewiesen wurde - zukünftig die Funktion von IAPP und dadurch die Regulation des Blutzuckerspiegels bei der Behandlung von Diabetespatienten übernehmen könnte.

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Meldung
Archäologen entdecken früheste Spuren von Sklaverei

Damit haben die europäischen Eroberer offenbar schon wenige Jahre nach der Entdeckung der neuen Welt Afrikaner zur Sklavenarbeit nach Amerika gebracht. Wie die Archäologen der Universität von Wisconsin jetzt in einer Online-Vorabveröffentlichung des Fachblatts "American Journal of Physical Anthropology" schreiben, konnten sie an vier Skeletten, die im späten 16. Jahrhundert nahe einer Kirchenruine in Campeche in Mexiko begraben waren, mit stabilen Isotopen-Analysen eindeutig nachweisen, dass die Skelette aus Westafrika stammten. Dies ist den Forschern zufolge der bislang älteste Beweis für den Transport afrikanischer Sklaven nach Amerika.

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Meldung
Kinder verfügen über eine Art Not-Immunsystem

Forscher der Mayo-Klinik in Rochester haben bei Kindern mit einem defekten Immunsystem festgestellt, dass diese trotzdem über ein gewisses Maß an Körperabwehr verfügen. Wie sie im Fachblatt "Journal of Immunology" schreiben, konnten die untersuchten Kinder nach einer Herztransplantation keine T-Zellen mehr bilden. Dennoch litten sie kaum an Infektionskrankheiten, obwohl ihr Immunsystem nur unzureichend abwehrfähig war. Wie diese Form eines Notfallmechanismus aussieht, wissen die Forscher allerdings noch nicht. Sie hoffen aber, durch die neuen Ansätze Therapiemöglichkeiten für Patienten mit schweren Immundefekten, wie etwa bei einer HIV-Infektion, entwickeln zu können.

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Meldung
Genaueste Waage der Welt entwickelt

Mit der neuen Präzisionswaage - dem so genannten Superkomparator - ist es jetzt erstmals möglich, die von den nationalen metrologischen Instituten zur Kalibrierung und Eichung von Gewichten genutzten 1kg-Prototypgewichte mit einer Messunsicherheit von weniger als 50 Nanogramm im Vakuum zu wiegen. Unter normalen Bedingungen verwiegt die Präzisionswaage Gewichte mit einer Abweichung von unter 100 Nanogramm. Damit ist es den Wissenschaftler des Instituts für Prozessmess- und Sensortechnik der TU Ilmenau mit Kollegen der Sartorius AG Göttingen gelungen, die Schallmauer zum Nanogrammbereich zu durchbrechen.

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Meldung
US-Kongressmitarbeiter manipulierten Wikipedia-Einträge

Wie die freie Online-Enzyklopädie Wikipedia mitteilte, hätten Mitarbeiter von Senatoren und Abgeordneten im US-Kongress hunderte von Einträgen im Internet verändert. So seien vor allem Biografien von mindestens drei Senatoren manipuliert worden. Dabei handelte es sich neben der Korrektur von Rechtschreibfehlern auch um die Streichung kritischer Stellen - etwa die von Wahlversprechen- die anschließend durch positive Einträge ersetzt wurden, heißt es in der Erklärung der Wikipedia-Organisation.

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Meldung
Mainzer Physiker erzeugen ultrakalte Neutronen

Nach einjähriger Vorbereitungszeit konnten die Physiker der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz am 11. Januar erstmals in einem gepulsten Reaktor - dem Mainzer Forschungsreaktor TRIGA - ultrakalte Neutronen erzeugen. Damit haben die Forscher optimale Voraussetzungen geschaffen, die Teilchen detailliert untersuchen zu können und damit Erkenntnisse über den Ursprung von Materie und Antimaterie zu gewinnen. Bei den Experimenten bremsten die Physiker freie Neutronen mit Hilfe von festem Deuterium, das mit flüssigem Helium auf minus 265 Grad Celsius heruntergekühlt wurde, in ihrer Geschwindigkeit so weit ab, dass sie die ultrakalten Neutronen speichern und beobachten konnten.

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